Schon eine Woche ist es nun her, als es hieß: „Sie kommen, sie kommen!“ Pünktlich um 8.30 Uhr am Donnerstagmorgen fuhr der Bus aus Saarbrücken mit den „Leuten der Jury“ in Wochern bei. Trotz guter Vorbereitung waren alle im Bürgerhaus etwas mehr oder weniger aufgeregt. Schließlich kam es darauf an, die monatelange Vorbereitung in zwei Stunden präsentieren zu können.
| Nach einigen Begrüßungsworten seitens des Ortsvorstehers Alois Becker, unserer Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und des Vorsitzenden der Kommission Gerd Rainer Damm, gewährte Alexander Thommes in einer zehnminütigen Präsentation einige Einblicke in die baulichen Veränderungen der letzten Jahre und verwies damit auf den anstehenden Rundgang durch den Ort hin. |  |
Während die Kommission und viele Bürger des Dorfes sich auf Ortsbesichtigung befanden, wurde der bereits liebevoll dekorierte Saal zum Frühstück hergerichtet. Dabei setzte man auf heimische Erzeugnisse. Neben allerlei frischem Tafelobst fanden sich auch Mispeln, selbst hergestelltem Viez, edlen Schnäpsen und selbstverständlich eine alte Schnapsbrennerei aus den Anfängen des Weinbrandes. Schließlich hieß es früher: „Wer in Wochern war und keinen Kirschschnaps getrunken hat, der war nicht in Wochern!“ Bei Rückkehr der Kommission erwartete alle nun frisch gebackener, ja fast noch warmer Zwetschgen- und Mirabellenkuchen, sowie herzhafte „Hamm-Schmieren“ (Schinkenbrote). Schließlich gab ein Männerquartett einige Lieder zum Besten, bevor ein Film vorgeführt wurde, der besonders deutlich den positiven Wandel des Dorfes seit 1967 zeigte. Viele Mitglieder der Kommission waren begeistert und überrascht über die gelungene Präsentation des kleinsten Ortes im Wettbewerb. Der Vorsitzende teilte am Ende bereits mit, dass die Wocherner Bürger es ihnen in ihrer Entscheidung sehr schwer machen würden. Nach diversen Dankes- und Abschiedsworten verabschiedete sich die Kommission pünktlich nach zwei Stunden in Richtung Piesbach, dem nächsten Mitbewerber. So war es denn auch. Mit Spannung erwartete die nach Saarbrücken gereiste Delegation das Ergebnis. Herr Damm betonte vorneweg, dass es eine sehr schwierige Entscheidung war. Es gab viele Diskussionen über die engere Auswahl dreier Orte, aber keine Einigkeit darüber, welche beiden Dörfer mit Gold belohnt werden sollten. Schließlich wurde geheim abgestimmt und das Ergebnis blieb knapp: 10:10:8. Eine Stimme mehr für Wochern und die Entscheidung wäre noch nicht gefallen gewesen. Nach der ersten Enttäuschung konnten aber einige gegen Abend wieder lächeln. Schließlich hat Wochern die beste Silber-Medaille erhalten und den starken Mitbewerber Waldhölzbach, der auf Kreisebene im vorigen Jahr Platz 1 erreichte, weit hinter sich gelassen. Ein Zeichen dafür, dass alle an einem Strang zogen und folglich große Fortschritte erreicht werden konnten. Es bleibt also abzuwarten, ob Wochern in 2-3 Jahren beim nächsten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wieder antritt, um die bisherigen Ergebnisse (Silber auf Bundesebene 1987, Gold, 1986, und nun Silber auf Landesebene) zu toppen. Denn Potenzial zur Verbesserung ist noch vorhanden. Nichtsdestotrotz wünschen wir den beiden Gewinnern Erfweiler-Ehlingen und Remmesweiler viel Erfolg fürs nächste Jahr, wenn es heißt, sich auf Bundesebene zu präsentieren. |